Essay kurdistan teil 2

Durchs wilde Kurdistan: Teil 1

Unbekanntes Kurdistan. Dies ist die faszinierende Geschichte eines etwas anderen Familienurlaubs durch eine Region voll bewegter Geschichte und leidvoller Gegenwart, entlang des Tigris, durch Südostanatolien bis zum Vansee und der Insel Akdamar. Erzählt hat sie für uns unsere Gastautorin Heidrun.

Ende März 2015 machen wir uns auf den Weg auf den Spuren von Karl May ins wilde Kurdistan. Unsere kleine Reisegruppe besteht aus meinen Eltern, meiner Schwester und ihrer Familie. Schon bei der Ankunft in Diyarbakir fühle ich mich in eine vergangene Zeit versetzt. Wir reisen zwar nicht zu Pferde sondern ganz zeitgemäß mit dem Flugzeug an und doch kann die moderne Technik nicht verheimlichen, dass dieser Ort – eigentlich die gesamte Gegend – kulturhistorisch etwas ganz Besonderes ist. Vieles von dem, was vor über 1.000 Jahren erbaut wurde, haben wir noch in seiner ganzen Pracht gesehen.

Würde man heute, im Mai 2016, eine ähnliche Route nehmen, sähe man eine Schneise der Verwüstung. Die gut erhaltenen Häuser der Altstadt von Diyarbakir mit ihren vielen kleinen Gassen wurden z. B. großflächig abgerissen und abgetragen, um Platz zu machen für das Militär und seine Panzerfahrzeuge.

Die Folgen des gekündigten Waffenstillstandes zwischen dem türkischen Militär und den kurdischen Freiheitskämpfern sind heute bereits so gravierend, dass es für mich nicht nachvollziehbar ist, dass das politische Europa sich dazu nicht weiter äußert. Aber genug davon. Springen wir zurück ins Frühjahr 2015.

Diyarbakir ist die Hauptstadt der Kurden

Diyarbakir ist mit seinen geschätzt etwa einer Million Einwohnern die zweitgrößte Stadt Südostanatoliens und gilt als Hauptstadt der Kurden. Die Stadt besitzt durch ihre reiche Geschichte eine Vielzahl an Gebäuden wie Kirchen, Moscheen, mittelalterliche Häuser und Befestigungsanlagen. Schon am Flughafengebäude wird man mit einem „Willkommen in Amed“, dem kurdischen Namen Diyarbakirs, begrüßt. Der antike Name der Stadt erscheint erstmals in assyrischen Geschichtsquellen aus dem 13. Jahrhundert v. Chr. Noch vor Jahren war es strengstens verboten, kurdisch überhaupt zu sprechen, geschweige denn die alten Namen zu verwenden. Der Stolz der Kurden, ihre Kultur wieder offen und vor allem unbeschadet leben zu können, ist in meinen Augen daher nur nachvollziehbar.

Geografisch liegt Diyarbakir auf einem Basaltplateau am Tigrisufer. Eine der größten und besterhaltenen antiken Befestigungsanlagen der Welt umgibt die Altstadt von Diyarbakir fast vollständig und besteht zum größten Teil aus Basalt. Die Mauer ist insgesamt etwa fünf Kilometer lang, hat eine Höhe von zehn bis zwölf Metern und eine Dicke von drei bis fünf Metern. Sie hat 82 Türme und vier Tore. Die Tore zeigen in die vier Himmelsrichtungen. Seit 2015 wurden die Befestigungsanlagen von Diyarbakır zusammen mit den Hevsel-Gärten, die zwischen der Altstadt und dem Tigris liegen, von der UNESCO in die Liste der Kulturwelterbe aufgenommen. Es bleibt zu hoffen, dass diese Bereich nicht zerstört werden.

Es gibt noch viele alte Gebäude in der Stadt, die aus dem schwarzen Basalt erbaut sind und die Stadt damit etwas sehr Altertümliches geben. Schön sieht es ohne Frage auch aus. Vor allem die noch fast vollständig erhaltene Stadtmauer mit seinen Türmen ist hier als Beispiel zu benennen.

Im Mittelpunkt der Altstadt steht die Große Moschee. Einst als christliche Kirche erbaut, wurde sie im Jahr 639 in eine Moschee umgewandelt. Damit ist sie eines der ältesten moslemischen Gebetshäuser der Türkei. Trotz eines Erdbebens mit darauf folgender Brandkatastrophe im Jahr 1115 und weiteren Umbauten sind noch viele historische Stücke zu entdecken. So zum Beispiel das Relief am Hauptportal, das einen Löwen zeigt, der ein Rind anfällt. Besonders ist auch das Minarett. Die typische Säulenform erhält es erst im oberen Bereich, da wo es aus dem ehemaligen Glockenturm herauswächst. Im Säulenhof stehen zwei spitz überdachte Waschbrunnen. Der Zugang zum Betsaal ist nur den Männern erlaubt. Mein Vater traute sich ein paar Meter hinein und fand vor allem die Decke sehr beeindruckend.

Der alte Basar befindet sich direkt gegenüber der Großen Moschee und beherbergt innen eine wunderschöne Teestube, die im Sommer auch bei größter Hitze angenehm Schatten spendet. Im März 2015 hätten wir uns allerdings ein bisschen mehr Sonne gewünscht.

In und um das Basar-Gebäude herum befinden sich unzählige Geschäfte. Wie so häufig in südlichen Regionen fällt auch hier auf, dass die Läden eher klein sind und sich jeweils auf einen Produkt-Bereich spezialisiert haben. Dieses so typische Geschäftsprinzip verliert sich aber, sobald man sich aus der Innenstadt entfernt. Da Diyarbakir seit einigen Jahren immer stärkeren Zuzug erfährt, sind an den Rändern große Neubaugebiete entstanden, die sich mit ihren Einkaufstempeln nicht wesentlich von unseren Einkaufzentren unterscheiden. Schön ist das nicht unbedingt.

Neben den klassischen Obstständen gibt es auch Läden, die lediglich Eier im Sortiment haben.

Ebenfalls sehenswert ist die Mutter-Gottes-Kirche in Diyarbakirs Altstadt, die im Kern aus dem späten 5. Jahrhundert stammt und von außen recht unscheinbar wirkt. Die Kirchen, die ich aus Europa kenne, stehen meist separat und erhaben, so dass man sie nicht übersehen kann. Dieser Bau hat keine hohe Gewölbedecke sondern eine einfache, niedrige Holzbalkendecke, die dem Raum eher etwas Höhlenartiges gibt. Von außen fällt nur spärlich Licht ein, so dass die Wirkung der Kerzen eine feierliche Stimmung verbreitet.

Wandelt man durch die vielen kleinen Gassen der historischen Altstadt von Diyarbakir, fanden sich damals die unterschiedlichsten Stahltürdesigns.

Ein Jammer, wenn auch sie dem Abriss zum Opfer gefallen wären.

Sanliurfa, die Perle Südostanatoliens

Sanliurfa, oder einfach Urfa genannt, gilt als Geburtsort Abrahams und Hiobs und ist deshalb nach Mekka, Medina, Jerusalem und Alexandria das wichtigste Pilgerzentrum des Islam. Die Nähe zu Syrien hat Urfa zu einem Treffpunkt für IS-Anhänger aus Europa gemacht, die von dort in ihr neues Leben starten. Außerdem finden unmittelbar im Grenzgebiet zu Syrien immer wieder Kampfhandlungen zwischen der türkischen Armee und syrischen Kräften statt.

Mit diesem aus dem Fernsehen erworbenen Wissen im Hinterkopf erwartete ich bei der Ankunft in Urfa irgendetwas Besonderes. Aber bis auf den Benzinklau auf dem geschützten Parkplatz passierte nichts Außergewöhnliches. Wir wurden mit dem Ruf des Muezzin begrüßt und um uns herum strömten vor allem Männer in die Höfe der Moscheen, um nach dem rituellen Fußbad mit dem Gebet zu beginnen.

Innenhof der Ulu-Moschee, die auf den Grundmauern einer christlichen Kirche errichtet wurde und von der noch der Glockenturm (wird heute als Minarett genutzt), einige Hofmauern, Säulen und Kapitelle erhalten sind.

Urfa entstand vermutlich 2.000 v. Chr. und stellt einen Kreuzungspunkt alter Handelsstraßen dar. Die Ost-West-Verbindung verlief von Persien über die Euphratfurt bei Samsat bis zur Mittelmeerküste. Die Nord-Süd-Verbindung beginnt im anatolischen Hochland und führt nach Syrien. Um den großen Basar zu besuchen, muss man sich zunächst durch die vielen kleinen Gassen von Urfa schlagen, was schon ein kleines Abenteuer ist. Wie in Diyarbakir sind die Bewohner aber äußerst freundlich und so schaffen wir es mit deren Hilfe auch ans Ziel.

Der Basar von Urfa

Der Basar von Urfa ist in verschiedene Passagen unterteilt und gilt nach Aleppo als der zweitgrößte Basar des Vorderen Orients. Unter anderem befinden sich hier 30 Läden der verschiedenen Händlerzünfte, die ihre traditionellen Fähigkeiten wie z. B Tuchmachen, Kupferschmiede und Schreinerei zur Schau stellen.

Markt soweit das Auge reicht.

Neben Stoffen und Tüchern können auch nie gesehene Gewürze erstanden werden.

Zur Stärkung in den Gümrük Hani

Nach dem Besuch des Basars mit seinen unzähligen Gängen, die thematisch sortiert ihre Waren anbieten, haben wir uns eine Pause verdient. Ähnlich wie in Diyarbakir befindet sich auch in Sanliurfa unmittelbar im Basar ein schöner Innenhof, in dem Tee und Kaffee angeboten wird. Wir probieren den Pistazienkaffee, der zwar recht süß aber auch sehr köstlich schmeckt. Zwei Kinder gehen von Platz zu Platz und bieten Sesamkringel zum Kauf an. Uns beeindruckt, wie sie die Kringel auf einem riesigen Tablett gestapelt haben und auf ihren Köpfen balancieren.

Der innerhalb des Basars gelegene Innenhof lädt zur Pause bei Tee und Spiel ein.

Der innerhalb des Basars gelegene Innenhof lädt zur Pause bei Tee und Spiel ein.[/caption]

Unweit des Basars liegt die Festung von Urfa auf einem Hügel. Wir waren leider an einem Montag ist der Stadt und mussten daher beim Aufstieg auf den Hügel feststellen, dass die Festung an diesem Tag geschlossen ist. Außer den Befestigungsmauern sind jedoch nur noch zwei monumentale Säulen aus dem 3. Jahrhundert erhalten, so dass eine Besichtigung vielleicht gar nicht spannend geworden wäre. Wir nutzten die freie Zeit, um durch den Dank der vielen Bäume Schatten spendenden Gölbasi-Garten zu wandeln.

Unmittelbar an den Garten grenzt der Fischteich Balikligöl, einer der wichtigsten religiösen und heiligen Stätten Urfas. Der Legende nach soll hier der Prophet Abraham in einen Scheiterhaufen geworfen worden sein. Vor dem Feuertod gerettet wurde er von Gott, der das Feuer in einen Teich und die brennenden Holzscheite in Fische verwandelt hat. Die Fische im Teich gelten daher heute als heilig. Bei einem Spaziergang ist es üblich, die Fische zu füttern, sie zu fangen oder zu essen ist jedoch streng verboten.

Der grüne und schattige Gölbasi-Garten befindet sich unterhalb der Festung von Urfa und neben dem Balikligöl-Komplex (heilige Fischteiche).

Mardin. Eine Stadt wie ein Berg

Weiter geht es in Mardin. Die Stadt ist berühmt für seine traditionelle Architektur und hofft daher auf eine Anerkennung als Unesco-Weltkulturerbe. Die in den Berghang gehauenen Steinhäuser verfügen jeweils über eigene Brunnen und viele Treppen und Verbindungsgänge, so genannte Abbaras, die sich wohl nur für den Einheimischen wirklich erschließen. Wir bleiben bei unserem Rundgang also auf den offensichtlichen Wegen und entdecken auch dort viele mit Ornamenten geschmückte Torbögen. Auf das für die Türkei sonst so typische Bunte, Laute und Kitschige wird weitestgehend verzichtet.

Die Altstadt von Mardin schmiegt sich an den alten Burghügel.

Auf dem Berg, einem Ausläufer des Kalksteingebirges Tur Abdin, befindet sich in tausend Meter Höhe eine alte Burg mit Moschee, die jedoch nicht besichtigt werden kann, weil sie lange vom Militär genutzt wurde. Kürzlich soll aber mit der Restaurierung begonnen worden sein. Das lässt vermuten, dass die Burg zukünftig öffentlich zugänglich sein soll.

Mardin lag an der historischen Seidenstrasse. Hier kreuzten sich die Strassen vom Mittelmeer nach Mesopotamien und vom Schwarzen Meer nach Syrien. Das weite Umland versorgte die Stadt mit Früchten und Getreide.

Vom alten Burghügel kann man über die Tiefebene von Mesopotamien schauen. Bei gutem Wetter sogar die 20 km bis zur syrischen Grenze.

Wie es der Zufall auf dieser Reise so will, spricht uns ein junger Mann an und fragt, ob wir eine Kirche besichtigen wollen. Haben wir in den ersten Tagen auf solche Angebote noch misstrauisch und abwehrend reagiert, freuen wir uns dieses Mal direkt über das Angebot und folgen ihm durch einen unauffälligen Türbogen in einen kleinen Hof. Von dort geht es weiter in das alte Kreuzgewölbe. Wieder einmal sieht man dem Gebäude das Alter nur an der massiven Bauweise an. Der Schmuck ist recht reduziert.

Innenraum einer der wenigen zugänglichen armenischen Kirchen in Mardin.

Aus heutiger Sicht ist es unvorstellbar, dass hinter diesen alten Mauern so viel Unrecht und Leid stattgefunden hat. Genau an dieser Stelle wurden Menschen aufgrund ihres Glaubens ermordet.

Der junge Mann, der uns die alte armenische Kirche geöffnet und auf Details hingewiesen hat, gibt sich nach kurzer Zeit als syrischer Flüchtling zu erkennen. Wurde seine Familie 1915 noch aus Mardin vertrieben, so ist die Stadt zu seinem Zufluchtsort geworden. Zweimal hatte er sich bereits bis Istanbul durchgeschlagen, um ein Visum für Deutschland oder Österreich zu beantragen. Dort wohnen jeweils Verwandte, die für ihn bürgen würden. Und doch wurde er jedes Mal zurück nach Syrien abgeschoben. Also versucht er nun in Mardin Fuß zu fassen und sich mit Gelegenheitsjobs durchzuschlagen. Es seien aber im Frühjahr 2015 bereits so viele Flüchtlinge in der Stadt, dass die Möglichkeiten immer geringer werden.

Wir waren nach der Begegnung tief betroffen und wandelten erst einmal schweigend durch die Gassen. Die Stadt, die über Jahrhunderte für ihre kulturelle und religiöse Vielfalt bekannt war, erholt sich nur langsam von ihrer dunklen, jüngeren Geschichte, zu der auch Konfrontationen zwischen der kurdischen Arbeiterpartei und dem türkischen Militär gehören.
In einem ehemaligen Armeegebäude befindet sich heute ein Museum, das die vielschichtige Historie der Region und die kulturellen Bräuche von Muslimen und Christen, die sich durch die jahrhundertelange Koexistenz angenähert haben, zeigt. Auf uns wirkte das eher wie eine phantasievolle Utopie als an Geschichte.

Eine Felsenfestung für die Ewigkeit

Hasankeyf liegt nordöstlich von Mardin und wurde im 3. Jahrhundert als Grenzfestung errichtet, um den Tigrisübergang zu kontrollieren. Ab 1101 wurde die Stadt sogar zum Zentrum ausgebaut. Dabei wurden Wasserkanäle errichtet, die bis zur Burg hinaufreichten.

Hasankeyf liegt unmittelbar am Tigris. Bis in die 1970er Jahre wurden die Höhlen noch regulär bewohnt.

Wie Diyarbakir liegt Hasankeyf direkt am Tigris und doch fällt uns bei der Ankunft sofort der große Unterschied zwischen den beiden Städten auf. Im Gegensatz zum wachsenden Diyarbakir wirkt Hasankeyf trotz der historischen Bedeutung für die Region geradezu ausgestorben. Bei näherer Betrachtung fällt auf, dass Hasankeyf tatsächlich ausgestorben ist.

Das umstrittene Staudamm-Projekt: Eine Felsenfestung geht baden

Das von der türkischen Regierung geplante Südostanatolien-Projekt, das die Schaffung vieler Staudämme im Südosten der Türkei zum Ziel hat, sieht unter anderem die Flutung der antiken Stadt Hasankeyf vor. Bis heute regt sich dagegen nationaler, meist kurdischer, und internationaler Protest. Ungeachtet dessen hat die Türkei Anfang August 2006 mit dem Bau des Staudamms begonnen. Teile der antiken Stadt sollen versetzt und in einem Kulturpark wiederaufgebaut werden. Es ist jedoch fraglich, ob auf diese Weise die Kulturgüter tatsächlich bewahrt werden können.

Blick von Hasankeyf auf die Bauarbeiten zum Staudammprojekt am Horizont im Frühjahr 2015. Die Häuser, Höhlen und Wiesen sollen 2016 oder 2017 endgültig überflutet werden. Dann wäre selbst das Minarett der Moschee nicht mehr zu erkennen.

Die Region ist für Staudämme deshalb so beliebt, weil das Gelände eine ständige Berg — und Talfahrt macht. Ebenfalls besonders ist, dass in den Bergen seit vielen Jahrhunderten bis hinein in die 1970er Jahre Höhlen bewohnt wurden, die zudem über weit verzweigte Gänge verfügen sollen. Es heißt, dass die türkische Regierung auch deshalb die Gegend überfluten will, um diese Systeme zum Erliegen zu bringen und damit den kurdischen Freiheitskämpfern ihre Verstecke zu nehmen.

Beim Rundgang durch die Stadt bekamen wir die Gelegenheit, eine der alten Höhlenwohnung zu besichtigen. Überraschenderweise war es gar nicht kühl und kalt wie ich es mir zunächst vorgestellt hatte, wenn Wände, Decken und Fußboden aus Fels bestehen. Es gab Sitz — und Liegegelegenheiten, die im bewohnten Zustand mit Teppichen und Kissen belegt waren. Für Beleuchtung sorgten Leuchten in vielen Nischen. Geräumig wirkten diese Räume ohnehin. Und doch war es früher wohl so wie heute, dass ein Großteil des Lebens vor den Höhlen stattgefunden hat.

Bis in die 1970er Jahre hinein wurden die Höhlen noch bewohnt.

Die Kirche zum Heiligen Kreuz mitten im Vansee

Auf unserer Reise weiter in Richtung Osten erreichen wir nach ein paar Stunden Fahrt den Vansee. Er ist der größte See der Türkei und siebenmal so groß wie der Bodensee. An der tiefsten Stelle ist er bis 400 Meter tief. Ihn umgeben bis zu 4.000 Meter hohe Berge. Allein das ist bereits ein Naturschauspiel. Der Vansee verfügt dazu über einen höheren Salzgehalt als Meerwasser und außerdem einen so hohen Alkaligehalt, dass die Anwohner keine Seife zum Waschen benötigen.

Im blauen Wasser des Vansees spiegeln sich Himmel und Berge.

Um den Vansee siedelten schon früh rivalisierende Völker. Über die Jahrhunderte entstanden so die verschiedensten Kult — und Glaubensstätten. Neben den heute weit verbreiteten Moscheen finden sich daher auch noch einige wenige christliche Kirchen, die von den Armeniern gegründet wurden. Ein besonders schönes und gut erhaltenes Beispiel ist die Kirche zum Heiligen Kreuz, einem der meist fotografierten Gebäude in Ostanatolien.

Die Kirche zum Heiligen Kreuz schmücken außen unzählige Basreliefs mit Bibelszenen.

Ein paar Kilometer vom südlichen Seeufer entfernt liegt auf der kleinen Insel Akdamar der Klosterkomplex um die Kirche zum Heiligen Kreuz. Um 900 n. Chr. wurde die Kirche von armenischen Christen erbaut. Das Kloster wurde allerdings während der Verfolgung der Armenier im Jahr 1915 nahezu vollständig zerstört, die Kirche geplündert und die Mönche wurden getötet. Seit 2010 finden dort an wenigen Tagen wieder katholische Gottestdienste statt. Die Kirche zum Heiligen Kreuz gilt heute als ein wichtiger Wallfahrtsort, der zu Hochzeiten bis zu 5.000 Gläubige an einem Tag anzieht. Innen beeindruckt die Kirche mit ihren Gewölben und den gut erhaltenen Fresken an den Wänden.

Im April hat die offizielle Besuchszeit für die Insel noch nicht begonnen und somit fuhren auch noch keine Fähren als wir am Ufer des Vansees Ausschau hielten. Wie so häufig auf dieser Reise bedeutet das aber nicht, dass man nicht trotzdem hin kommt. Ein privater Bootsbesitzer bot uns ein Übersetzen an. Mit uns waren dann vor Ort auf der Insel nur noch ein Wachmann, der Bootsführer, ein Touristenpärchen und eine Gruppe von 8 Mädchen mit einer älteren Frau. Die Mädchen erzählten uns auf der Rückfahrt, dass sie einmal in der Woche hinausfahren, um frische Kräuter für den in dieser Region als Delikatesse bekannten Käse zu sammeln, den wir beim Stopp in der Stadt Van selbstverständlich probieren mussten. Dazu aber ein anderes Mal mehr.

Über die Autorin

HEIDRUN
Beruf: Ingenieur. Privat: Neugier auf das Leben hier und heute und unterwegs.
Gastautor bei sirenen & heuler. Sie betreibt mit einer Freundin den Podcast unterm hamsterrad.

Durchs wilde Kurdistan: Teil 2

Im zweiten Teil durch die kurdische Türkei folgen wir Gastautorin Heidrun weiter auf ihrer Reise durch die Besonderheiten dieser stark umkämpften Region. Es geht von Van über Igdir nach Ani. Willkommen zu 1.000 Jahre Geschichte auf 1.800km in einer Nussschale.

Sieben Deutsche aus drei Generationen fallen gerade in den ländlichen Gegenden Kurdistans auf wie bunte Hunde. Als wir auf halber Strecke unserer rund 1.800 km (s. auch Kurdistan Teil 1) auf weitere Mitglieder des kurdischen Teils unserer Familie treffen, werden wir ganz flott zum Convoy mit mehreren Bussen. Als Großfamilie sind wir eine Naturgewalt. Im Pulk fressen wir Kilometer, durchpflügen die Landschaft und staunen Bauklötze. Jeder fährt seinen eigenen Film. Die Großeltern sind im klassischen Besichtigungsmodus. Für die Kinder ist ohnehin alles nur Spielplatz. Die mittlere Generation hat den Hauptjob bei der Vermittlungs — und Übersetzungsarbeit zwischen hüben und drüben. Da bleibe ich gerne im Beobachtermodus.

Diese Wehre sind noch in Betrieb. Sie werden manuell bedient und regeln die Wasserverteilung der einzelnen landwirtschaftlichen Nutzflächen über Gräben.

Auf unserer Reise durch den Südosten der Türkei machen wir auch in Van halt. Die Stadt wirkt auf den ersten Blick sehr modern und geschäftig. Es gibt hier Fleisch — und Fischindustrie, eine Molkerei und eine Zuckerfabrik. Ebenso haben sich Holzindustrie, Kunststoffindustrie, Zement-, Leder — und Schuhfabriken angesiedelt. Man käme nie darauf, dass die Geschichte bereits über 3.000 Jahre zurückreicht. Damals lag die Stadt noch unmittelbar an der Burg Van.

Durch Kämpfe im Jahr 1915 zwischen der osmanischen und der armenischen Armee wurde die Stadt jedoch so sehr zerstört, dass man sie etwas entfernt der alten Festung neu errichtet hat. Nach dem ersten Weltkrieg sollten Teile des Gebietes an Armenien gehen. Diesen Plänen widersetzten sich die Türken, was 1920 zu den sog. Türkischen Befreiungskriegen unter der Führung Kemal Atatürks führte, welche die Ermordung und Vertreibung der armenischen Bevölkerung zur Folge hatte.

Dieses Thema begleitet uns ähnlich wie die Unterdrückung der Kurden durch die Türken wie ein roter Faden durch unsere Reise. Wie aktuell die Geschichte auch heute noch ist, zeigt nicht zuletzt die auch bei uns heftig geführten Diskussionen wie im Bundestag, ob es sich bei den Ereignissen damals um einen Völkermord gehandelt hat oder nicht. Ich weiß ehrlich gesagt nicht, was es da zu diskutieren gibt …

Der 2007 ermordete türkisch-armenische Journalist Hrant Dink erklärte einmal, dass Van das Paris des Ostens hätte werden können, wenn es nicht zum Völkermord an den Armeniern gekommen wäre.

Auf dem Weg von Van in Richtung Norden lohnt sich ein Halt an den Wasserfällen von Muradiye. Wir wurden auf dieses Ausflugsziel nur aufmerksam, weil in dem Lokal, wo wir zu Abend gegessen haben, ein großes Bild der Wasserfälle hing. Unser Reiseführer hätte uns nicht darauf aufmerksam gemacht.

Die Handelsstadt Dogubeyazit in der kurdischen Türkei

Die Stadt Dogubeyazit liegt im äußersten Osten der Türkei am Fuß des Ararat auf einer Grasebene in der Höhe von 1.625 Metern. Es ist der letzte Haltepunkt auf der Handelsroute von der Türkei in den Iran. Obwohl die Handelsbeziehungen erst im letzten Sommer offiziell wieder zugelassen haben, fand hier nach wie vor ein reger Übergangsverkehr statt, der seine eigenen Wirtschaftszweige mit sich brachte. So gab es z. B. zweierlei Arten zu tanken. Einmal wie gewohnt vorne an der Zapfsäule und zum anderen hinter dem Tankwärterhaus aus Kanistern. Ich muss wohl nicht erwähnen, welche Art die billigere war und wo es zu längeren Wartezeiten kam …

Besonders lohnenswert ist der Besuch des Ishak-Pascha-Palastes inmitten der Gebirgskette, die die Türkei vom Iran trennt. Früher führte die Handelsroute der Seidenstraße unmittelbar am Palast vorbei.

Der Ishak-Pascha-Palast liegt auf einem Felsenvorsprung in 2.200 m Höhe. Der burgähnlich erbaute Palast vereint mit seiner ungewöhnlichen Architektur und Bauornamentik die Einflüsse aus 500 Jahren.

Oberhalb des Pascha-Palastes liegt die Moschee sowie die alten Felsgräber. Auf der anderen Seite des Berges liegt gleich der Iran.

Auf einer Fläche von 7.600 m² verfügte der Palast ursprünglich über 366 Zimmer. Sie waren über die beiden hintereinanderliegenden Höfe und durch Korridore erschlossen. Die Wohn — und Aufenthaltsräume der Männer lagen getrennt vom Frauenwohnbereich mit den Funktionsräumen. Alle Räume waren klein genug, um im Winter durch einen offenen Kamin beheizt werden zu können. In den Wänden entlangführende Luftschächte zeigen, dass viele Räume außerdem an eine zentrale Heizungsanlage angeschlossen waren. Außerdem gab es fließendes Wasser und ein Abwassersystem.

Igdir, eine türkische Provinz der Türkei an drei Staatengrenzen

Igdir liegt im Nordwesten des Ararat und grenzt als Provinz an Armenien, die aserbaidschanische Exklave Naxcivan und den Iran. Trotz zunehmender Urbanisierung ist Igdir weiter stark landwirtschaftlich geprägt. Insbesondere von Bedeutung ist dabei die Schafzucht sowie der Anbau von Pfirsichen und Aprikosen.

Der Ararat ist ein ruhender Vulkan. Er ist mit 5.137 m der höchste Berg auf dem Gebiet der Türkei. Es heißt, dass nach der Sintflut die Arche Noah dort gestrandet sein soll. Selten sieht man seinen Gipfel frei von Wolken.

Häufig übernehmen die Kinder die Aufsicht der Schafsherden. Trotz der niedrigen Niederschläge finden sich immer Areale auf denen Gräser und Kräuter wachsen. Die Schafe müssen also keine Steine essen.

Vor dem Ersten Weltkrieg bestand die Bevölkerung Igdirs noch überwiegend aus Armeniern und Aseris. In der Folge der türkischen Eroberung flohen die Armenier und andere christliche Volksgruppen aus der Stadt. Später wanderten viele Kurden unter anderem aus der Provinz Van ein, so dass die Bevölkerung heute mehrheitlich aus schiitischen Aseris und sunnitischen Kurden besteht und damit von der türkischen Regierung streng beobachtet werden. Wir bekamen das zu spüren, als während unseres Aufenthalts in Igdir aufgrund eines im weit entfernten Istanbul ermordeten Politikers der Täter unter anderem in Igdir vermutet wurde und deshalb sofort Straßenkontrollen errichtet wurden, um jedes Auto zu kontrollieren. Als wir an der Reihe waren, wurden alle ganz aufgeregt und prüften hektisch unsere Pässe bis man uns schließlich freundlich durchwinkte. Wir fielen offenbar nicht in die Zielfahndung.

Ani, die historische Stadt der 1001 Kirchen

Als letzte Station auf unserer Reise durchs wilde Kurdistan kamen wir nach Ani. Ani war die Stadt der 1001 Kirchen unterschiedlichster Glaubensrichtungen. Ein paar wenige konnten dem Zahn der Zeit standhalten. Ani ist ein Ort, der seit mehr als drei Jahrhunderten verlassen ist und von dem nur noch Ruinen der ehemaligen armenischen Handelsstadt übrig sind. Vor etwa zwei Jahren wurde damit begonnen, diesen besonderen Ort für Touristen zu öffnen, obwohl er sich im unmittelbaren Grenzgebiet zu Armenien befindet. Man entschloss sich zu diesem Schritt, um dem Kulturvandalismus Einhalt zu bieten.

Die tiefe Schlucht und der Fluss bilden heute die Grenze zwischen der Türkei und Armenien. Unvorstellbar, dass hier mal reger Handel betrieben wurde. Ani lag direkt auf einer Route der Seidenstraße.

Erhalten sind Teile der doppelt ausgelegten Stadtmauer, die um 1.000 n. Chr. erbaute Kathedrale, einige Kirchen und Kapellen, eine Moschee, die Zitadelle und ein Palast. Auch von der alten Stadtmauer mit seinen Türmen ist noch viel erhalten, so dass man einen guten Eindruck von der damaligen imposanten Wirkung bekommt. Der armenische Ursprung und die armenische Vergangenheit der Stadt werden von offizieller türkischer Stelle jedoch verschwiegen. Auf einer Hinweistafel ist nur vom „christlichen Erbe innerhalb des Osmanischen Reichs“ die Rede.

Auf der gesamten Fläche von Ani finden sich gut erhaltene Gebäuderuinen. Von den alten Wohnhäusern, die es hier neben den Kirchen auch gab, sind nur noch vereinzelt Fundamente erkennbar. Die Bewohner der Nachbarorte nutzen die verlassene Geisterstadt als Materiallager für ihre Bauprojekte.

Was bleibt von unserem Besuch in der kurdischen Türkei

Auf unserer 1.800km langen Reise durch den Südosten in den Nordosten der Türkei reisen wir durch die unterschiedlichsten Gebiete. Flache Landschaften werden durch hügelige ersetzt, die zu Bergen, Gipfeln und schließlich zu Mondlandschaften werden. Besonders beeindruckend war dabei auch der Wetter — und Klimawechsel. Von Sonne über Regen und Schnee war alles dabei. Die Reise durch die kurdischen Gebiete der Türkei im Frühjahr 2015 haben mich und meine Familie nachdrücklich beeindruckt. Es ist nicht nur die lange bewegte Geschichte, die wundervolle Landschaft sondern vor allem die Begegnung mit den unterschiedlichsten Menschen, die uns immer herzlich empfangen haben. Und doch kann ich diese drei Aspekte nicht völlig losgelöst von der heutigen – für mich äußerst fragwürdigen – politischen Haltung der Türkei sehen. Das Land könnte so viel sein als es will.

Herzlichen Dank an Gastautorin HEIDRUN
Beruf: Ingenieur. Privat: Neugier auf das Leben hier und heute und unterwegs.
Gastautor bei sirenen & heuler. Sie betreibt – man höre und staune – mit einer Freundin den Podcast unterm hamsterrad.

Mehr über Kurdistan erfahren oder gar Kurdisch lernen könnt ihr in Berlin zum Beispiel im Sprachenatelier in Friedrichshain.

Anfang April 2015 standen die Pfirsich — und Aprikosen-Bäume bereits in voller Blüte. Ein herrlich romantischer Anblick.

Islam-Essay – Teil 2: „Internationaler Sozialismus“

Die europäische Offensive des Islam 2016

Der folgende Text erschien bereits im November 2015, noch vor den Silvester-Pogromen in Deutschland und Österreich, auf dem islamkritischen US-Blog Gates of Vienna. Dennoch sind die Thesen des amerikanischen Autors Matthew Bracken auch im Frühjahr 2016 noch von enormer Brisanz. Wegen der Länge des Textes veröffentlichen wir den Artikel in mehreren Teilen.

Teil 2: Internationaler Sozialismus

Der zweite große Spieler bzw. soziale Macht ist der internationale Sozialismus. Dieser kann treffend unter der Rubrik Linksorientierung, Etatismus, kultureller Marxismus und Kommunismus eingeordnet werden. Sie bewegen sich allesamt im Spektrum des internationalen Sozialismus. Ich führe diese kulturellen Marxisten zumindest auf die Jakobiner des 18. Jahrhunderts zurück, eine Clique von säkularen Humanisten, die zu den frühesten, auf einer Linie mit den Freimaurern befindlichen Globalisten gehören.

Die Kerngruppe, aus der sich später die Jakobiner entwickelten, zog von Deutschland nach Frankreich und brachte einen verständlichen und ausgereiften Plan zur sozialen Explosion, um damit die Macht zu erlangen. Der jakobinische Plan zur Destabilisierung wurde zur Blaupause für viele weitere blutige „Volksrevolutionen”. Nach der französischen Revolution folgten die von Marx, Engels, Lenin, Stalin und Mao. Unbekannter sind uns die britischen Fabian Sozialisten des 20. Jahrhunderts, der italienische marxistische Theoretiker Antonio Gramsci oder die deutsche „Frankfurter Schule” der internationalen Sozialisten, die ihre Vision via Columbia Universität in die Vereinigten Staaten verpflanzten.

Anders als Wladimir Lenin und den Kommunisten war ihnen bewußt, daß die Ziele des internationalen Sozialismus so lange nicht in vollem Umfang erreicht sind, bis das starke Bauwerk der westlichen Zivilisation ausgehöhlt und von innen sabotiert würde. Letztendlich erreichten die im Geheimen agierenden internationalen sozialistischen Kräfte innerhalb des Schoßes des Westens Resultate, die weitaus beständiger sind als der von Lenin und Mao via Militär auferlegte revolutionäre „Kriegs-Kommunismus”.

Im Zuge des vergangenen Jahrhunderts, während der Kommunismus in der Sowjetunion scheiterte, wurden die Fabian Sozialisten immer erfolgreicher im Vergiften der Wurzeln einer nationalen, kulturellen und ethnischen Identität; die Erben der westlichen Zivilisation wurden desorganisiert und demoralisiert, ohne jegliches zentrales Glaubenssystem, zurückgelassen. Warum fand diese beabsichtigte Demoralisierung und diese Nivellierung nach unten statt? Seit der Französischen Revolution sind die internationalen Sozialisten der Meinung, es wäre ihre Pflicht, eine sich von oben nach unten speisende feudale Gesellschaft für die „tumben Massen” zu errichten, eine neue Weltordnung, die von selbsternannten Experten aus den korrekt gebildeten Eliten verwaltet wird. Erstens erfolgt dies zum Vorteil für die Ignoranten, andererseits, um die Taschen dieser Experten zu füllen, damit sie ihren elitären Lebensstil von Reichtum und Macht beibehalten können.

Es mag paradox klingen, daß bedeutende Unternehmer — und Bankeninteressen mit der internationalen sozialistischen neuen Weltordnung verbunden sind, aber wenn dieser Knoten entwirrt ist, ergibt alles einen Sinn. Die heutigen internationalen Banken und Großkonzerne sind eigenständige und mächtige globale Akteure, die in jedes neue internationale Handelsabkommen einbezogen werden. Firmenanwälte verfassen sogar die meisten der vielen tausend Seiten der Abkommen, die auf uns herabregnen. Über diese Handelsabkommen, die sogar völkerrechtlichen Charakter haben, wird weder von Amerikanern noch von Europäern abgestimmt. (Sie ersetzen sogar die Verfassung der Vereinigten Staaten.)

Von den Rothschilds in Europa bis zu den Warburgs beider Kontinente, von den Morgans und Rockefellers Amerikas und wieder retour zum ungarischen Einwanderer George Soros schrieben jahrhundertelang die Millionäre bzw. die heutigen Milliardäre der Bankenwelt ihre eigenen Gesetze und schmiedeten ihre eigenen politischen Abkommen. Heute erschaffen sie buchstäblich Milliarden neuer Dollar und Euro täglich aus dem Nichts, um sie ihren Kumpanen zukommen zu lassen. Ein besonders krasses Beispiel dafür findet sich in der Gründung der Federal Reserve (US Notenbank) vor einem Jahrhundert, die von und für die Interessen einer Sippschaft geheimer Bankeninteressen nichtöffentlich geführt wird.

In den Vereinigten Staaten spenden die Vorsitzenden der global agierenden Großunternehmen und Investmentfirmen ganz massiv — jedoch gleichermaßen — an Demokraten und Republikaner Geld, um sich einer vorteilhaften Behandlung in Zeiten eines gemeinsam ausgerichteten Crony Capitalism[1] sicher zu sein. Die Situation ist in anderen Ländern ganz ähnlich. Diese post-nationalen Crony Kapitalisten anerkennen keine Landes — oder Staatsgrenzen und sind der Meinung, Patriotismus ist ein lächerlicher Anachronismus.

In Amerika beispielsweise bestechen „open border”-Verräter Politiker, damit diese Gesetze unterstützen, welche den Import einer unlimitierten Anzahl von Gastarbeitern mit einem sogenannten H-1 Visum ermöglicht und so den Amerikanern die Arbeitsplätze wegnehmen. Und diese Verräter verlieren dadurch keinen Schlaf! Die Verräterklasse der internationalen Geschäftemacher nennen dies „Beweglichkeit”, d. h. das Bewegen von austauschbaren Proleten, Sozialhilfeempfängern und Landarbeitern auf dem weltweiten Schachbrett, wo immer sie dann am billigsten und profitabelsten arbeiten können. Die gewöhnlichen amerikanischen Arbeiter des Mittelstandes und ihre Familien sind in diesem Prozeß lediglich Kollateralschäden. In Europa sieht die Realität nicht viel anders aus.

Diese superreichen „open border”-Eliten der Banken und Unternehmer, die paradoxerweise die Kräfte des internationalen Sozialismus steuern, ebnen sich auf verschiedenste Weise den Weg von Erfolg zu Erfolg durch Bestechungsgelder. Ihr Reichtum und ihre politischen Kontakte ermöglichen das „Steuern” junger, kooperativer „Player” mit zukünftigen Starqualitäten zu den richtigen Universitäten, Stiftungen, Ratsversammlungen, Regierungsorganisationen und Medienpositionen. Wenn man beispielsweise einen „Experten” im Fernsehen sieht und seine Referenzen beinhalten die Mitgliedschaft im komplett geheimen „Council on Foreign Relations” sowie Aufsätze für das hauseigene Magazin „Foreign Affairs”, dann weiß man, dieser Mann ist für hohe Positionen bestimmt und Türen werden sich magisch öffnen.

Die superreichen Eliten manipulieren praktisch zur Gänze seit Jahrzehnten die Vierte Gewalt durch tausende Verschachtelungen, getarnt als geheime Aktien — und Grundstücksgeschäfte. Diese Strippenzieher operieren mit diesen Verschachtelungen, die mit Schmiergeldern, Scheinfunktionären, und geheimen Zahlungen gut geölt sind. Medienmacher verwandeln sich in leitende Politikberater und Konzernvorstände, die dann mit jedem Jobwechsel ihren Portfolios Millionen hinzufügen. Viele pensionierte Admiräle und Generäle suhlen sich begierig in diesem Sumpf des Ausverkaufs an Schäbigkeit. Es sollte nicht überraschend sein, daß so viele Politiker Washington oder Brüssel als Millionäre verlassen. Genauso wenig überraschend sollte es sein, daß der langjährige Nachrichtenmoderator Walter Cronkite, der als der „vertrauenswürdigste Mann Amerikas” galt, zeit seines Erwachsenenlebens im Geheimen ein führendes Mitglied der Weltföderalisten war, eine Tatsache, die er erst nach seiner Pensionierung enthüllte.

Matthew Bracken wurde 1957 in Baltimore im US-Bundesstaat Maryland geboren. Er schloß die Universität von Virginia mit einem Bachelor of Arts (Rußland-Studien) ab und schlug 1979 eine Marine-Offizierskarriere ein. Ende 1979 beendete er die Ausbildung und wurde SEAL. 1983 führte er eine Spezialeinheit der Navy nach Beirut. Bracken lebt in Florida, hier seine Webseite.